Hilfsaktion für rumänisches Kinderheim

... wie aus einem Urlaubserlebnis eine glücklichmachende Hilfsaktion wurde....

Im Sommer 2021 verbrachten wir (Vicki und Heiko Pagenkämper) unseren Urlaub in Rumänien. In dieser Zeit wurden wir auf ein christliches Kinderheim aufmerksam und beschlossen ganz spontan einen Besuch in dieser Einrichtung. Damit wir nicht mit leeren Händen kommen, gaben wir unseren Freunden, Familien, Kollegen usw. über WhatsApp die Möglichkeit, einen kleinen Beitrag zu spenden. Bei dieser spontanen Aktion kamen innerhalb weniger Stunden ganze 680 € zusammen. Mit diesem Betrag und ein paar Süßigkeiten im Gepäck besuchten wir am nächsten Tag das Kinderheim. Dort wurden wir herzlich von der Heimleitung sowie den anwesenden Kindern und Betreuern empfangen. Der Heimleiter Phineas führte uns durch die Einrichtung, zeigte uns alle wichtigen Bereiche wie Schlaf- und Gruppenräume, Küche, Waschhaus und Kleiderkammer. Anschließend hatten wir die Möglichkeit, mit den Kindern zu spielen. Über Fußball, „Steh Bock – Lauf Bock“ sowie ein Wettrennen war alles dabei. Scheu oder Berührungsängste gab es dabei kaum. Mit diesen schönen Eindrücken im Gepäck traten wir unsere Heimreise an. Auf der langen Heimfahrt wurde dann die Idee geboren: „Hierhin kommen wir zurück und machen unser Auto voll mit Dingen, die im Heim benötigt werden!“

Gesagt, getan. Kaum 4 Wochen später gaben wir die geplante Hilfsaktion wieder nur über WhatsApp bekannt und schafften ein wenig Platz in unserer Garage. Wahnsinn! Das Interesse und die große Hilfsbereitschaft, die uns erreichte, waren großartig! Innerhalb kurzer Zeit füllte sich die Garage mit Kleider-Kisten, Kisten voller Schulartikel sowie Fahrräder in allen Größen bis an die Decke. Das Projekt entwickelte sich Bundesländerübergreifend. Wir bekamen Anrufe, viele Sach- und einige Geldspenden u.a. aus Hamburg, Berlin, Stuttgart, Halle und Wernigerode. Schnell wurde klar: „Das passt nicht alles in unser Auto rein…!“ Es musste umgeplant werden. Also gingen wir auf die Suche nach weiteren Transportern und entsprechenden Mitfahrern. Bis zum Ende der Sammelfrist konnten 4 Transporter organisiert werden. Die Fahrer standen allerdings bis 24 Stunden vor der geplanten Abfahrt nicht endgültig fest. Wir legten alles in Gottes Hände. „Sind wir bis hierhergekommen, wird sich der Rest auch klären.“ Am Ende wurden 3 Transporter unterschiedlicher Größen bis unter die Decke vollgestopft und die Tour konnte mit je 2 Fahrern pro Auto am 16.10. um 3 Uhr endlich starten.

Nach 15 Stunden Fahrt, ohne jegliche Probleme an einer der 4 Landesgrenzen, kam unsere „Truppe“ – wie wir uns nannten – dankbar in Petreᶊti an.  Ortszeit 19.15 Uhr (es gibt 1 Stunde Zeitverschiebung nach vorn) wurden wir willkommen geheißen. Nachdem wir unsere Sachen in die Pension gebracht hatten, wurden wir zum Abendessen bei Familie Rudolph eingeladen.

(Familie Rudolph aus Thierfeld leistet mit ihren 4 Kindern sein 9 Jahren ihren ehrenamtlichen Dienst in dieser Kindereinrichtung. Was für eine Aufgabe!)

Am Samstag ging es nach dem Frühstück dann an das Ausladen der mitgebrachten Hilfsgüter. Einige Jugendliche halfen uns und so waren die Transporter ratzfatz leergeräumt. Die Freude bei den Kindern war groß und schnell hatten die Kinder ihr neues Lieblingsfahrrad ausgemacht 😉.

Ein besonderer Moment entstand, als wir eine mitgebrachte Puppe persönlich in eine Mädchengruppe übergeben durften. Die 3 Mädchen haben sich so über diese neue Puppe gefreut! Gleichzeitig herzten und drückten die Mädchen ihre neue Puppe und „versorgten“ sie gemeinsam als Puppenmuttis.

Den restlichen Tag verbrachten wir mit Besichtigung der Räume, Gesprächen mit Angestellten sowie Volleyballspielen mit den Jugendlichen.  Zum Mittagessen wurden wir in die Mitarbeiterküche eingeladen. Als Mahlzeit gab es Varză à la Cluj, ein typisch rumänisches Gericht aus Hackfleisch mit speziell eingelegtem Weißkraut und Reis. Am Abend wurden wir von der Familie des Heimleiters zum Essen eingeladen. Nach einem gemütlichen Beisammensein, leckerem Essen und einer sehr kurzen Nacht, ging es am Sonntag, 3 Uhr Ortszeit wieder auf die Heimreise zurück nach Deutschland.

Kurz nach 17 Uhr kamen wir ohne größere Zwischenfälle, gesund und dankbar über dieses schöne Erleben, in Zwickau an.

Wir haben auf jedem Kilometer dieser Reise Gott und seine Gegenwart spüren dürfen. Nicht alle Teilnehmer der Truppe kannten sich im Vorfeld schon, es waren auch Nicht-Christen dabei und dennoch haben gemeinsame Gebete und ein schätzender Umgang miteinander während der Reise zu einem tragenden Gruppengefühl geführt, das die knapp 3000 km in 62 Stunden zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. An keiner der Ländergrenzen wurden wir näher geprüft. Es gab Fragen aber nie Kontrollen. (Bis auf eine Mautkontrolle in Ungarn. Wir hatten unwissender Weise die falschen Kategorien für unsere Transporter gebucht.) An den Grenzen wurden wir immer durchgewunken, auch wenn „normale“ PKW vor uns eingehend kontrolliert wurden. Es war tatsächlich ein Gänsehaut-Moment, als wir Freitagabend noch bei Tageslicht über die rumänische Grenze fahren durften und diese Gottesführung so deutlich spürten! Hinzu kamen das große Interesse und die begleitenden Gebete von euch allen. Wir waren sehr berührt über eure guten Gedanken und Wünsche und wir fühlten uns wirklich getragen von eurer Anteilnahme an diesem Projekt. Ganz herzlich danke schön an euch alle!

Wir wurden reich beschenkt mit Geldspenden, um dieses Projekt finanzieren zu können. Wir wurden mit Essenspaketen (die uns u.a. einfach vor die Tür gestellt wurden) gut versorgt, so dass wir wahrscheinlich noch 3 Tage länger unterwegs hätten sein können. Es war einfach unbeschreiblich! Und deshalb noch einmal: DANKESCHÖN 😊!