Musical „Noah – Eine Arche in der Sin(n)flut“

Samstag, 11. Juli 2015, 16:30 Uhr, strahlender Sonnenschein, 28 Grad, fast wolkenloser Himmel. Eigentlich kein optimaler Zeitpunkt für eine kirchliche Veranstaltung. Oder doch? Zumindest dafür, einmal etwas Außergewöhnliches zu erleben. Die Jugend hatte eingeladen zur Uraufführung ihres Musicals „Noah – eine Arche in der Sin(n)flut“.

Um es gleich vorwegzunehmen, ich glaube keiner der Anwesenden hat es bereut, diesem hervorragend dargebotenen Event beizuwohnen. Unsere Jugend zeigte auf beeindruckende Weise, wie sie sich musikalisch und literarisch entwickelt hat, und dass es möglich ist, auch biblische Begebenheiten unterhaltsam so darzustellen, dass der Zuschauer zum Nachdenken angeregt wird. Die Jugendlichen hatten sich Gedanken gemacht, wie das christliche Weltbild, das in der heutigen Gesellschaft immer mehr an Bedeutung zu verlieren scheint, in unserem Herzen bewahrt und Glaube zeitgemäß vermittelt werden kann.

In vielen Stunden Probenarbeit war unter der musikalischen Leitung unseres Bruders Georg Christoph Sandmann und der Regie von Jennifer Kretzschmar ein Musical entstanden, das es so noch nie gab. Es hatte zum Ziel, auf moderne Art den Unglauben zu Zeiten Noahs auf unsere heutige Zeit zu übertragen.

Die Aufführung begann mit fröhlicher Party, Singen, Tanzen und Lachen, Gott war vergessen. Die Menschen führten die Errungenschaften der modernen Zeit auf eigene Kräfte zurück. Musikalisch und choreographisch wurde das effektvoll von dem bekannten, umgedichteten Queen-Song „We are the Champions“ repräsentiert. Mitten in dieses bunte Treiben ertönte die Stimme Gottes, der durch Noah die Menschen zur Besinnung ermahnte. Er gab Noah, wie aus der biblischen Überlieferung bekannt, den Auftrag, eine Arche zu errichten und von jedem Tier ein Paar mit aufzunehmen, um den Fortbestand der Arten zu sichern.

Wenige glaubten ihm, als er sein Vorhaben den Menschen verkündete. Unterstützung erhielt er nur von seiner eigenen Familie, und selbst die erforderte einen großen Vertrauensvorschuss. Hohn und Spott konnten Noah und seine Gehilfen nicht von dem Vorhaben abbringen. Musikalisch wurde das sehr temperamentvoll durch die Melodie des „Holzmichels“ mit eigens neu geschriebenem Text den Zuschauern nahegebracht, was zu spontanem Applaus führte.

Irgendwann wurde der Bau des Schiffes beendet (im Musical „MS Arche“ genannt – wer schon einmal eine Kreuzfahrt auf einem „Traumschiff“ gemacht hat, kennt die Größe), und die Tiere, gespielt von den Kindern mit eigens komponierter Musikeinlage, die sehr emotional wirkte, zogen ein. Phantasievoll gestaltete Masken und Kostüme verliehen dem Auftritt die entsprechende Wirkung. Dann kam er – der Dauerregen. Der Damm brach und riss alles mit sich. Die, die gespottet hatten, wurden ruhig; aber ein Teil von ihnen konnte doch noch gerettet werden.

Mit dieser Aufführung gelang es den jugendlichen Darstellern und den Kindern, unterstützt von professionell gespielten Instrumenten wie Klavier, Schlagzeug, E-Gitarre und Saxophon, die gezeigten Szenen wirkungsvoll zu betonen. Nicht vergessen werden darf natürlich der Reporter, gespielt von Mike Kretzschmar, der auf unterhaltsame Art durch das Stück führte. Besonderer Dank wurde am Schluss von unserem Bezirksältesten allen Mitwirkenden vor und hinter der Bühne ausgesprochen. Wörtlich sagte er: „Das war ganz großes Kino“. Der tosende Beifall der Zuschauer bestätigte dieses Empfinden und war bestimmt der schönste Lohn für die vielen geleisteten Stunden bei der Vorbereitung und den Proben.

M.K.