Bezirksapostel Krause, nennen Sie drei Gründe, warum man beim Pop-Oratorium #HIMMELREICH einfach dabei sein muss.
Es fällt mir schwer, nur drei Gründe zu nennen. Aber ich will es versuchen: Eine großartige Gemeinschaft, die tiefgründige und wirkungsvolle Handlung sowie hervorragende Darbietung in Musik und Schauspiel. Es gibt aber noch mehr. Denken wir nur an die Zeit der Pandemie. Die Möglichkeiten waren sehr eingeschränkt, an Gottesdiensten und weiteren kirchlichen Veranstaltungen mitzuwirken oder teilzunehmen. Das Pop-Oratorium kommt aus meiner Sicht genau zum richtigen Zeitpunkt.
Wie viel „Pop“ und wie viel „Oratorium“ steckt im #HIMMELREICH?
Bereits 2013 beim Pop-Oratorium Ich bin hat sich gezeigt: „Pop“ und „Oratorium“ müssen sich nicht ausschließen. „Pop“, also Popular-Musik, was so viel heißt wie bekannt oder beliebt, harmonisiert sehr gut mit „Oratorium“. Ein Oratorium steht für ein musikalisches Werk mit christlichen Inhalten. Gerade die Tatsache, dass es um die Seligpreisungen Jesu geht, macht deutlich, dass unser Pop-Oratorium eine zutiefst christliche Botschaft hat.
Es gibt inzwischen nur noch Restkarten. Anfangs lief der Ticketverkauf etwas schleppend?
Das stimmt. Viele wussten letztes Jahr noch wenig oder nichts vom Pop-Oratorium. Richtig bekannt in der Fläche wurde es erst nach dem Zentralgottesdienst am 7. Januar 2024 in Berlin – durch den Trailer und den Kurzvortrag von Priester Gerrit Junge, dem musikalischen Gesamtleiter. Jetzt laufen die letzten Proben, alle sind begeistert – das durfte ich auch bei der Hauptprobe in Göttingen erleben –, und nun sind mehr als 90 Prozent der Karten vergeben.
Werden die Ausgaben des Pop-Oratoriums durch seine Einnahmen gedeckt?
Die Kosten werden nicht vollständig durch die Einnahmen gedeckt. Der Kartenpreis ist so kalkuliert, dass eine breite Beteiligung ermöglicht werden soll. Selbstverständlich steht es jedem Zuschauer frei, die Finanzierung der Veranstaltung über bescheinigungsfähige Zuwendungen auf das Spendenkonto der Kirche zu unterstützen.
Die Neuapostolische Kirche bietet immer wieder einmal Veranstaltungen dieser oder noch höherer Größenordnung an. Ich erinnere an den Europa-Jugendtag 2009, den Internationalen Jugendtag 2019 oder größere Kirchentage. Auch wenn bei solchen Veranstaltungen die Kosten nicht durch die Einnahmen vollständig gedeckt werden: Unsere Kirche sollte hin und wieder eine solche Großveranstaltung durchführen. Das stärkt die Gemeinschaft und bringt viel Freude und Motivation.
Warum lohnt sich das Pop-Oratorium? Inwiefern ist seine Wirkung nachhaltig?
Die Wirkung eines so großartigen Projektes begeistert unsere Glaubensgeschwister, die mitwirken und die, die zum Zuschauen kommen. Und dabei kommen wir nicht zu irgendeinem Zweck zusammen, sondern erleben unseren Glauben auf eine ganz besondere Weise. Der großartige Gesang, die tolle Musik, aber auch die Handlung werden lange nachwirken. Das Pop-Oratorium regt uns zum Nachdenken an. Wir nehmen auf jeden Fall etwas für unser Glaubensleben mit.
Und auch auf ganz pragmatischer Ebene wird das Pop-Oratorium nachhaltig sein, da wir für unsere Gebietskirche unter anderem eine spezielle Notenausgabe anbieten werden, die geeignete Chorsätze aus dem Werk den Gemeindechören zur Verfügung stellt. So können gerade die Vertonungen der Seligpreisungen in Gottesdiensten genutzt werden und die Gemeinden erfreuen.
Ist das Pop-Oratorium Werbung fürs Christentum oder für die Neuapostolische Kirche?
In einer Welt, die sich immer mehr säkularisiert, dient das Pop-Oratorium der Christenheit an sich. Wir müssen bedenken, dass mittlerweile weniger als 50 Prozent der Bevölkerung in Deutschland einer christlichen Kirche angehört. Für unsere Kirche ist das Pop-Oratorium eine schöne Visitenkarte. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir auch als neuapostolische Christinnen und Christen einen positiven und nachhaltigen Eindruck hinterlassen werden.
Im Übrigen wirken sowohl im Chor, im Kreis der Solistinnen und Solisten und dem engeren Kreis der Verantwortlichen Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen mit. Es ist eine Veranstaltung, die besonders in die Ökumene hineinwirkt.
Regional hörte man hier und da, dass Lieder aus dem Pop-Oratorium auch in Gottesdiensten gesungen werden, vor allem in Gottesdiensten für Jugendliche. In Stammapostel-Gottesdiensten gibt es aber weder Band noch E-Gitarre. Könnte der Einsatz solcher Instrumente nicht ein Signal für die Weiterentwicklung von Musikvielfalt in regulären Gottesdiensten sein?
Der Einsatz von Bands und E-Gitarren in Stammapostel-Gottesdiensten wirkt auf mich etwas „aufgesetzt“. Und ich könnte verstehen, wenn dann bei manchen Glaubensgeschwistern Störgefühle aufkommen würden. Ich persönlich finde es nicht verkehrt, in Gottesdiensten auch Musiktraditionen zu folgen. Ich halte es aber auch für richtig, diese immer mal wieder zu überprüfen und Neues zuzulassen – vor allem in Sinne meiner jungen Glaubensgeschwister.
Das Pop-Oratorium hat in punkto Größe, Vielfalt der Musikstile, Schauspiel und Inszenierung eher wenig mit dem zu tun, was im Gemeindealltag abgebildet werden könnte. An diesem Punkt fragen vereinzelt Kirchenmitglieder, ob man nicht mehr die Gemeinden stärken sollte, statt alle zehn Jahre auf Großveranstaltungen zu setzen.
Ich glaube nicht, dass die Inhalte des Pop-Oratoriums am Gemeindealltag oder am Alltag unserer Gottesdienstbesucher vorbeigehen. Es ist nur anders inszeniert. Natürlich können solche Großveranstaltungen, die nur hin und wieder einmal stattfinden, letztlich nicht unmittelbar die Gemeinden stärken. Andererseits entfalten sie aber eine besondere Wirkung bei denen, die mitwirken oder zuschauen. Es ist zu bedenken, dass etwa 2.600 Glaubensgeschwister mitwirken und die beiden Hallen fast ausverkauft sind. Das sind dann nochmals etwa 10.000 Teilnehmende. Diese Anzahl von Glaubensgeschwistern wird die Begeisterung aus dem Pop-Oratorium mit in die Gemeinden nehmen.
Eine Gemeinde kann wesentlich dadurch gestärkt werden, wenn möglichst viele Mitglieder von Jung bis Alt in die Gemeindeaktivitäten einbezogen werden. Ein Beispiel dafür gibt das Pop-Oratorium: Der jüngste Sänger ist zehn Jahre und die älteste Sängerin über 80 Jahre alt. Für mich ist das ein wunderbares Beispiel dafür, dass es auch in der Gemeinde für alle etwas zu tun gibt und alle sich einbringen können. Und übrigens: Das Evangelium muss nicht gestärkt werden, das steht für sich. Wenn das Evangelium freudig, inhaltsreich und zu Herzen gehend verkündet wird, ist das Stärkung genug.
#HIMMELREICH ist das zweite und letzte Pop-Oratorium, das Sie als aktiver Bezirksapostel unterstützen. Was glauben Sie: Wird es ein drittes Pop-Oratorium geben? Oder eine ähnliche Großveranstaltung, einen Nordostdeutschen Kirchentag vielleicht?
Ich werde mich sicherlich sehr gern an diese beiden Pop-Oratorien erinnern. Ob es ein drittes geben wird, muss mein Nachfolger entscheiden. Würde ich noch viele Jahre als Bezirksapostel tätig sein (was ja nicht der Fall ist), dann würde ich für eine deutschlandweite Aktion werben. Ich hielte zum Beispiel einen Kirchentag Deutschland für sinnvoll und richtig.
Tickets für das Pop-Oratorium gibt es hier.
Neuapostolische Kirche