Nicht war umsonst- Senioren des Kirchenbezirkes Plauen zu Gast in Gera

Am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, waren die Senioren des Kirchenbezirkes Plauen zu einem Gottesdienst nach Gera eingeladen. Im Mittelpunkt standen die geistliche Stärkung, schöne Begegnungen mit Weggefährten und die Gelegenheit, gemeinsame Erinnerungen auszutauschen.

Schon beim Betreten der Kirche entdeckte so mancher auf den alten Fotos an den Wänden des Treppenaufgangs bekannte Gesichter oder sich selbst. Die Bilder weckten Erinnerungen und boten reichlich Gesprächsstoff.

Bezirksevangelist Dirk Mörchel diente unter dem Bibelwort aus 1. Korinther 15,58: „Darum, meine lieben Brüder und Schwestern, seid fest und unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, denn ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.“

Er dankte der Gottesdienstgemeinschaft für ihren langjährigen Einsatz und Dienst. Dabei hob er hervor, dass nichts vergeblich gewesen sei, was aus Liebe getan wurde. Auch wenn es aus menschlicher Sicht manchmal den Anschein habe, dass die Arbeit Früchte verliert, Gemeinden geschlossen werden und die Zahl der Gottesdienstbesucher zurückgeht , ermutigte er dazu, fest und unerschütterlich im Glauben zu bleiben. Zugleich rief er dazu auf, sich weiterhin in der Gemeinde einzubringen. Das könne beispielsweise bedeuten, anderen Geschwistern die Teilnahme an einem solchen Gottesdienst zu ermöglichen.

Der mitdienende Priester Karsten Kappler, Vorsteher der gastgebenden Gemeinde Gera, verdeutlichte anhand eines persönlichen Erlebnisses, wie wichtig der Austausch zwischen den Generationen in der Gemeinde ist. Dabei gehe es nicht darum, den jüngeren Geschwistern die eigenen Maßstäbe aufzuerlegen. Vielmehr sollten die Älteren ihre Erfahrungen weitergeben und interessiert nachfragen, wie junge Menschen ihren Glauben leben.

In einer Förderstunde des Projektes „Nachhilfe“ für Grundschüler in der gemeinde Gera wurde der Priester mit einer Mathematikaufgabe konfrontiert. Dabei stellte er fest, dass von einem Schüler der vierten Klasse heute ein anderer Rechenweg erwartet wurde, als er ihn selbst noch gelernt hatte. Um den Jungen nicht mit seiner vertrauten, aber inzwischen ungewohnten Methode zu verwirren, ließ sich der „Lehrer“ vom Schüler erklären, wie die Aufgabe zu lösen sei. Durch gemeinsames Fragen und Nachfragen fanden beide schließlich die richtige Lösung. Die Erklärungen, die der Junge dabei selbst entwickelte, gaben ihm Sicherheit. So konnte er die folgenden Aufgaben zunehmend selbstständig bearbeiten.

Dieses Erlebnis lässt sich auch auf das Miteinander in der Gemeinde übertragen: Wenn wir jüngeren Geschwistern offen begegnen, ihnen zuhören und nicht vorschnell mit eigenen Maßstäben urteilen, können wir erleben, wie sie an Sicherheit gewinnen. Wir dürfen uns darüber freuen, wenn sie ihren eigenen Weg finden, der zum gleichen Ziel führt. So können unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen zusammenwirken und zu einem gemeinsamen Ergebnis führen. Damit wurde deutlich, was auch das Bibelwort zum Ausdruck bringt: Die Arbeit war und ist nicht umsonst. Was aus Liebe getan wurde, bleibt wertvoll.

Zur festlichen Gestaltung des Gottesdienstes trug ein großer Ad-hoc-Chor bei, an dem sich zahlreiche Gottesdienstteilnehmer beteiligten.

Auch für die Zeit nach dem Gottesdienst hatte die Gemeinde Gera liebevoll vorgesorgt. Bei Thüringer Rostbratwürsten und „Gerschem Fettbrot“ blieb man noch gern zusammen. Es wurde erzählt, gelacht und manche Erinnerung wieder lebendig.

Besonders schön war zu erleben, wie schnell die Gäste miteinander ins Gespräch kamen und welche Freude das Wiedersehen mit alten Weggefährten auslöste. So wurde dieser Sonntag zu einer wertvollen Zeit der geistlichen Stärkung, der Gemeinschaft und der dankbaren Erinnerung.